Rundfunkgeschichte

02.08.2012 Seite drucken

Zeit der Rundfunkpioniere

Schon 1911 wurden auf dem damaligen Windmühlenberg von Königs Wusterhausen durch ein Luftschiffer- und Telegraphenbataillon funktechnische Versuche durchgeführt. Der Erfolg dieser Versuche war Grund dafür, hier an dieser Stelle eine feste Militärfunkstation zu errichten.


1913 begann man mit den Arbeiten. Durch den ersten Weltkrieg kam es zwar zu Verzögerungen, aber 15. Juni 1915 wurde die erste Funkstation in Betrieb genommen. Mit dem Lichtbogensender wurden Heeresberichte übertragen, es wurden aber auch Telegramme ins Ausland versandt: Grundlage war das Morsealphabetes.


Im April 1917 führte man  erste Versuche zur Übertragung von Sprache und Musik durch. Nach Beendigung des ersten Weltkrieges übernahm die Deutsche Reichspost die ehemalige Militärfunkstation.


Unmittelbar danach wurde unter Leitung von Hans Bredow mit der Umrüstung der Sendeanlagen begonnen. So wurden Röhrensender aufgebaut, Empfangsanlagen in Berlin-Zehlendorf errichtet und die Antennenanlage um zwei weitere 100-Meter-Masten ergänzt.


1920 wurden viele Versuche zur Rundfunkübertragung mit Hilfe eines Lorenz-Lichtbogensenders unternommen: Am 22. Dezember 1920 wurde erstmals ein Weihnachtskonzert mit Instrumentalmusik ausgestrahlt.


Das war der Anfang: Noch bis 1926 wurden Sonntagskonzerte in Königs Wusterhausen produziert und gesendet. Für die weitere technische Entwicklung reichte der Funkerberg nicht mehr aus. Und das, obschon hier mittlerweile drei voll ausgerüstete Sendehäuser, der 1925 erbaute 243 Meter Sendeturm und zwölf weitere 100 bis 210 m hohe Masten standen - einschließlich diverser Antennenanlagen.

Erste deutsche Kurzwellensendung aus Zeesen

Ende 1926 wurde mit dem Bau einer neuen großen Funkstation begonnen - in der Nähe von Königs Wusterhausen, im heutigen Ortsteil Zeesen. Im Dezember 1927 konnte die damals modernsten Großrundfunksendeanlagen im Langwellenbereich in Zeesen in Betrieb genommen werden. Am 29. August 1929 wurde dort außerdem die erste deutsche Rundfunksendung ausgestrahlt. Mit Blick auf die propagandistischen Möglichkeiten des Massenmediums Radio forcierte das NS-Regime seit 1933 die Entwicklung des Rundfunks. Durch die starke Verbreitung der so genannten Volksempfänger war es mittlerweile fast überall möglich, Rundfunk zu hören. Vor allem der Sendestandort Zeesen wurde stark erweitert. Es kamen die zwei Sendehäuser hinzu, in denen jeweils 4 Kurzwellensender aufgebaut wurden. Sie blieben bis 1945 in Betrieb. 

1945 bis 1995

Die Sendeanlagen auf dem Funkerberg und auf dem Gelände in Zeesen überstanden den 2.Weltkrieg fast völlig unversehrt. Große Teile der Sendeanlagen auf dem Funkerberg sowie alle sendetechnischen Anlagen in Zeesen wurden für Reparationsleistungen abgebaut. Die Sendehäuser in Zeesen wurden gesprengt.


Auf dem Funkerberg wurden bereits im Juni 1945 ein Kurzwellen-Sender für militärische Zwecke in Betrieb genommen. Ein weiterer Kurzwellensender diente ab November 1945 zur Ausstrahlung des "Berliner Rundfunks". Im August 1946 ein Langwellensender dazu. Lange Zeit diente dieser als so genannter Wartungssender für den Langwellensender in Zehlendorf bei Oranienburg für das Programm "Deutschlandradio".


Im Sender- und Funktechnikmuseum noch heute zu sehen ist der legendäre Senders 21. Der Mittelwellensender wurde 1932/33 in Berlin-Tegel errichtet. 1948 musste er nach Königs Wusterhausen umgesetzt werden und ging 1949 wieder in Betrieb. Er war noch bis 1989 in Betrieb. Seit der Wende wurde der Sendebetrieb auf dem Funkerberg aber nach und nach verringert und im Sommer 1995 endgültig eingestellt.

Museum Funkerberg Königs Wusterhausen

Das Sender- und Funktechnikmuseum auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen präsentiert 85 Jahre deutsche Rundfunkgeschichte auf dem Funkerberg. Neben der Funktechnik „zum Anfassen”  kann man das beeindruckende Modell des Antennenwaldes auf dem Funkerberg im Jahr 1938, die Nachbildung des provisorischen Studios, aus dem 1920 das erste Weihnachtskonzert gesendet wurde sowie kleine und große Rundfunksender, gebaut von 1930 bis in die Gegenwart erleben.

Außerdem erfährt man Interessantes über die Geschichte des legendären „Senders 21” und seiner Netzersatzanlage und kann herausfinden, wie eine richtige Antenne funktioniert. 

Museum Funkerberg Königs Wusterhausen
Funkerberg Sendehaus1
15711 Königs Wusterhausen
Telefon / Fax: 03375 29 36 01

Öffnungszeiten:
Di, Do, Sa, So 13.00 - 17.00 Uhr

Eintrittspreise:
Erwachsene 3,00 €, ermäßigt 1,50 €
Kinder unter 12 Jahren Eintritt frei

Führungen:
zzgl. zum Eintritt 1,00 € p.P.
Schulklassen 0,50 € p.P.
Führungen ab 5 Personen nach Anmeldung auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich

 
An jedem letzten Sonntag im Monat findet die Vorführung des 1000 PS Dieselmotors statt.

Kontakt

Förderverein "Sender Königs Wusterhausen"
Geschäftsstelle
Funkerberg Senderhaus 1
15711 Königs Wusterhausen
Telefon Fax: 03375/293601

Stiftung "Funkerberg Königs Wusterhausen"

Am 5. März 2003 traf sich zum ersten Mal eine Gründerinitiative zur Bildung einer Stiftung, die als Ziel die Sicherung des Bestandes der denkmalgeschützten Sendeanlagen auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen hat.
Am Internationalen Museumstag 2003 wurde dann auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen an historischer Stätte die "Stiftung Funkerberg" gegründet. Die Stiftung will - wie in der Satzung zu lesen ist - das Unikat des Senders Königs Wusterhausens am Funkerberg als technisches Denkmal und Museum erhalten. Es sollen die noch vorhandenen Teile der einst ausgedehnten Funk- und Sender-Landschaft in der Stadt und den Nachbarorten Zeesen, Schenkendorf, Kolberg und Bestensee für die Nachwelt erlebbar bleiben.
Durch Beschluss der Stadtverordnetenversammlung Königs Wusterhausen hat die Stadt als Gründer der Stiftung 10.000 Euro Stiftungskapital zur Verfügung gestellt.

Kontakt:
Internet: www.stiftung.funkerberg.de
E-Mail: stiftung@funkerberg.de