Gedenken an Opfer der Nazi-Gewalt

31.01.2019 Seite drucken

Etwa 80 Gäste, darunter auch die Bürgermeister von Eichwalde, Zeuthen, Schulzendorf und Königs Wusterhausen, kamen am Mittwoch, den 23.1.2019, in die Aula der Europaschule Johann-Gottfried-Herder, um an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu erinnern. Dafür hatten Schüler der Klassenstufen sieben bis neun ein Programm mit dem Titel „Unsere Welt im Wandel zwischen Licht und Schatten“ vorbereitet. In Form eines Schwarzlichttheaters trugen die Schüler unter anderem Gedichte von jüdischen KZ-Häftlingen vor oder zeigten in einer „Tagesschau“ beispielhaft, welche Taten mit antisemitischem Hintergrund sich vergangenes Jahr in Deutschland ereigneten. Des Weiteren wurde der Bericht der Zeitzeugin Lucia Schmidt-Fels verlesen.

Ihr Wissen über die Verbrechen der Nationalsozialisten eigneten sich die Jugendlichen während einer Projektfahrt im September 2018 zur Gedenkstätte Ravensbrück an, wo auch das Material für eine Infobroschüre zusammengestellt wurde. An dieser Fahrt nahmen auch Schüler der Dr.-Hans-Bredow-Oberschule teil. Während der Projektfahrt sprachen einige Jugendliche dort die Namen und Lebensdaten von getöteten Juden ein. Die Aufnahmen wurden am Mittwochabend in der Herder-Oberschule vor dem Programmbeginn abgespielt. Nach der Rückkehr nach Königs Wusterhausen bereiteten die Schüler das Erlebte und ihre Eindrücke aus Ravensbrück im Unterricht nach.

Zu der Veranstaltung in der Herder-Oberschule hatte der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Königs Wusterhausen, Georg Hanke, eingeladen. „In Zeiten steigender antisemitischer Taten in Deutschland und einem zunehmenden Populismus müssen wir alle dafür sorgen, dass sich so etwas wie die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten nicht wiederholt“, sagte er ans Publikum gewandt nach dem Theaterprogramm. Für den 14-jährigen Sullyvan Kergel ist es „wichtig, dass man sich auch heute noch an die Verbrechen und an die Opfer von damals erinnert“.

Der Tag des Gedenkens findet seit 1996 jährlich am 27. Januar statt. Er wurde auf Anregung des damaligen Bundespräsidenten, Dr. Roman Herzog, ins Leben gerufen. In Königs Wusterhausen gestalten die Schulen abwechselnd ein Programm im Rahmen dieses Gedenktages.

Schüler der Klassenstufen sieben bis neun der Herder-Oberschule haben ein Schwarzlichttheater-Programm zusammengestellt. Foto: Gerlinde Irmscher