Stadt begrüßt IHK-Studie zum BER-Verkehrsaufkommen

31.01.2019 Seite drucken

Königs Wusterhausens Bürgermeister Swen Ennullat begrüßt die Studie der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus, die sich mit der Verkehrsentwicklung in der länderübergreifenden Flughafenregion beschäftigt. „Ich stimme voll mit der Aussage des IHK-Hauptgeschäftsführers Marcus Tolle überein. Es müssen jetzt endlich Maßnahmen eingeleitet werden, damit die Verkehrssituation beherrschbar bleibt und die Wirtschaft in der Flughafenregion weiter gefördert wird“, so Swen Ennullat, der aktuell auch der Sprecher des Regionalen Wachstumskerns Schönefelder Kreuz ist. „Ich hoffe, die Verantwortlichen der Länder und beim Bund wachen endlich auf. Es ist schon fünf nach zwölf!“, ergänzt Swen Ennullat mit Blick auf die Zahlen der Studie.

Demnach soll die Nachfrage 2040 bei 55 Millionen Fluggästen am BER liegen, vergangenes Jahr waren es in Schönefeld etwa 13 Millionen. Außerdem werden bis 2040 täglich etwa 500.000 Fahrzeuge zusätzlich im Flughafenumfeld unterwegs sein. „Wir sehen anhand der Studie, dass alle wesentlichen Verkehrsknotenpunkte in Königs Wusterhausen und in unmittelbarer Umgebung an ihre Belastungsgrenze stoßen. Schon jetzt gibt es ständig Staus, die die Stadt lahm legen“, betont Swen Ennullat. Auch für die öffentlichen Verkehrsmittel nimmt die Belastung laut der IHK-Studie deutlich zu. So erwartet das Papier bis 2040 600.000 zusätzliche Fahrgäste. Hinzu kommt, dass die Kommunen im Flughafenumfeld immer weiter wachsen. Es sollen fast 150.000 neue Arbeitsplätze in der Region entstehen.

Dass sich der Bund und das Land weitestgehend aus der Verantwortung ziehen, sieht Swen Ennullat kritisch. „Wir leisten bereits einen erheblichen Teil für die Fortschreibung des Gemeinsamen Strukturkonzeptes der Flughafenregion. Es geht hier um den wichtigsten Flughafen für die Bundeshauptstadt Berlin und schon jetzt einen der wichtigsten Flughafenstandorte für Deutschland und Mitteleuropa.“ Die Aussage des Sprechers des Landesinfrastrukturministeriums in der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“ vom 24.1.2019 kann Swen Ennullat nicht nachvollziehen. Der Sprecher erklärte, die Gemeinden im Flughafenumfeld müssten erst ein gemeinsames Strukturkonzept vorlegen, wie sich Gewerbe und Wohnungsbau entwickeln. Dabei müsse die Verkehrsplanung mitbedacht werden. „Diese Hinhaltetaktik ist sehr enttäuschend. Ich appelliere an die Verantwortlichen in den Ländern und beim Bund, sich ihrer Verantwortung zu stellen. Es muss endlich ein Umdenken stattfinden. Immerhin hätten wir diese Passagierzahlen und das immense Verkehrsaufkommen schon seit langem, wenn der BER wie geplant vor sieben Jahren eröffnet worden wäre“, betont Swen Ennullat, der der IHK ausdrücklich für die Studie dankt. „Schließlich macht sie die Arbeit, die eigentlich die Länder und der Bund erledigen sollten.“