Dahmebrücke hat ihre Endposition eingenommen

17.07.2019 Seite drucken

Die Dahmebrücke zwischen Wildau und Niederlehme befindet sich nun an ihrem Bestimmungsort. Am Mittwoch, den 17.07.2019, wurde die etwa 90 Tonnen schwere Querungshilfe millimetergenau in den Fuß- und Radweg an der L30 eingepasst. Die Vorbereitungsmaßnahmen liefen bereits Anfang der Woche an. Das Übersetzen der Brücke vom Land auf die Pontons erfolgte mit Hilfe von zwei Kranen. Eine Spezialfirma aus den Niederlanden transportierte die Brücke dann auf dem Wasser zu ihrer Endposition.

„Ich freue mich sehr, dass das Projekt nun zu einem glücklichen Ende kommt und alles reibungslos abgelaufen ist“, sagte Königs Wusterhausens Bürgermeister Swen Ennullat. Auch die Wildauer Bürgermeisterin Angela Homuth war vor Ort: „Ich bin sehr froh, dass nun bald wieder ein gesicherter Schul- und Arbeitsweg für die Fußgänger und Radfahrer zur Verfügung steht“. Die Niederlehmer Ortsvorsteherin Katharina Ennullat sieht dies ähnlich und bekräftigte: „Für die Bürgerinnen und Bürger ist die Brücke als Verbindung zur Kernstadt wichtig. Ich bedanke mich bei den Fachfirmen für die gute Arbeit“.

Für die Öffentlichkeit ist die Brücke aber noch nicht freigegeben. An den Brückenanschlüssen direkt neben der L30 müssen noch Anpassungsarbeiten erfolgen. Läuft alles nach Plan, soll die Querung spätestens zu Schuljahresbeginn Anfang August nutzbar sein.

Die zirka 90 Tonnen schwere Rad- und Fußgängerbrücke ist zu Zweidrittel neu, lediglich die Dachkonstruktion konnte wieder verwendet werden. Die Brücke erhielt einen neuen Stahlunterbau. Auch der Bodenbelag ist neu. Er besteht, wie auch die Diagonalverstrebungen, aus zertifizierter Hochgebirgslärche. Damit Passantinnen und Passanten auch bei Regen und Kälte besseren Halt während der Überquerung haben, wurde der Bodenbelag mit einem Antirutsch-System ausgerüstet. Das Brückengeländer ist mit 1,30 Meter etwas höher als früher und entspricht den neuen gesetzlichen Bestimmungen.

Eine weitere Neuerung: Die Dahmebrücke erscheint nun in einem dezenten, zur Stahlkonstruktion passenden, Grauton. Der blaue Anstrich erwies sich im Lauf der Zeit als unpraktisch und sorgte durch Verkreidungen für schmutzige Hände. Die Geländer an den Zufahrten zur künftigen Brücke wurden mit einem neuen Anstrich versehen.

Im Jahr 2016 wurde ein Riss in einem der unteren Brückenträger festgestellt. Die Tragfähigkeit der Brücke war nicht mehr völlig gegeben, das Bauwerk musste sofort gesperrt werden. Grund für den Schaden war im Wesentlichen Feuchtigkeit an unzugänglichen Konstruktionspunkten, an denen sich dann ein Pilz bildete. Im Lauf der Sanierung stellte sich außerdem heraus, dass die Schweißnähte der Portalrahmen nicht den Güteanforderungen entsprachen. Somit mussten auch diese ausgetauscht werden, wodurch die Kosten stiegen.

Da die Brücke sowohl auf der Gemarkung Königs Wusterhausens als auch Wildaus liegt, mussten die zuständigen Fachausschüsse und Stadtverordnetenversammlungen beider Kommunen über die Projektfragen entscheiden. So wurde beschlossen, dass die neue Brücke in einer Mischbauweise aus Stahl und Holz errichtet werden soll.

Die Planungs- und Baukosten werden voraussichtlich rund 1,4 Millionen Euro betragen. Es flossen 501.200 Euro an Fördermitteln des Landes. Den Rest der Summe teilen sich Königs Wusterhausen und Wildau je zur Hälfte.

Bildunterschrift:

Etwa 90 Tonnen wiegt die Dahmebrücke, die nun eine Stahl-Holz-Konstruktion ist. Mit Kränen wurde sie von Land auf Pontons gehoben und zu ihrer Endposition gebracht. Fotos: Reik Anton