Stadt initiiert Modellprojekt für klimafreundliche Mobilität auf dem Funkerberg

22.01.2021 Seite drucken

Die steigende Verkehrsbelastung stellt eine zunehmende Herausforderung für die Stadtentwicklung in Königs Wusterhausen dar. Es gilt, umweltfreundliche und gesamtheitliche Verkehrskonzepte zu entwickeln. Ein Modellprojekt auf dem Funkerberg soll dabei wegweisend sein.

Geplant ist, auf einer festgelegten Strecke einen Hybrid-Oberleitungsbus einzusetzen. „Der Funkerberg als zukünftiger innovativer Wohn- und Technologiestandort innerhalb der Kernstadt Königs Wusterhausens ist als Testareal bestens geeignet. Mit dem dort entstehenden Technologiepark haben wir außerdem das richtige Umfeld für solch ein Projekt, das sich im Verlauf hoffentlich ausbauen lässt“, sagt Bürgermeister Swen Ennullat. Mittelfristig gehe es um die Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs, insbesondere zwischen den verschiedenen Ortsteilen und Verkehrsknotenpunkten.

Die Stadt hat im Januar einen Projektantrag mit dem Titel „Innovatives und klimafreundliches Nahverkehrskonzept für den Verkehrsknotenpunkt Königs Wusterhausen“ im Rahmen der Landesinitiative „Meine Stadt der Zukunft“ beim Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg gestellt. Insgesamt wurden 100.000 Euro beantragt, damit unter anderem eine Machbarkeitsstudie angefertigt werden kann. Daraus entsteht ein Konzept, das zum Beispiel eine Oberleitungsstrecke festlegt.

Durch den zusätzlichen Einsatz von Akkus können heutzutage Hybrid-Oberleitungsbussysteme streckenweise auch ohne Bindung an Oberleitungen fahren. Im Fahrleitungsbetrieb erhält der Bus den nötigen Strom aus der Fahrleitung und kann zusätzlich schonend die Batterie laden. In Bereichen, in denen eine Fahrleitung stören würde oder nur sehr aufwendig zu errichten ist, kann der Bus dann über die Batterie mit dem nötigen Fahrstrom versorgt werden. Dies begünstigt einen flexibleren Einsatz und reduziert die Kosten für den Aufbau der Infrastruktur.

Als Projektpartner hat die Stadt die Firma Deutzer Mobility Solutions GmbH aus Bestensee gewinnen können. Das Unternehmen verfügt über eine fundierte Expertise im Bereich von Oberleitungsbussystemen und war bereits an der Erstellung der Projektskizze beteiligt. Die Deutzer Mobility Solutions GmbH ist ein Tochterunternehmen der Deutzer GmbH mit Sitz in Zeuthen, die als Messdienstleister für ca. 100 Verkehrsbetriebe in 25 Ländern tätig ist. Auch weitere Institutionen und Einrichtungen aus der Region sollen in das Pilotprojekt eingebunden werden, darunter die Regionale Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald.

„Königs Wusterhausen ist eine grüne Stadt. Das gilt auch bei der Stromerzeugung. Das 2003 in Betrieb genommene Biomassekraftwerk übernimmt mit jährlich rund 160 Millionen Kilowattstunden einen Großteil der Stromversorgung der Stadt und darüber hinaus“, erklärt der Bürgermeister. „Die Rundfunkstadt kann bereits jetzt über Biomasse, Photovoltaik, Windkraft und weitere Erzeuger rechnerisch ihren Energiebedarf zu 100 Prozent decken. Diesen klimafreundlichen Weg wollen wir mit dem Pilotprojekt weitergehen.“

 

Bildunterschrift:

Bürgermeister Swen Ennullat (l.) und Manfred Deutzer, Geschäftsführer von Deutzer Mobility Solutions, mit dem Antrag für das Pilotprojekt. Foto: Reik Anton