Trauer um den ehemaligen Königs Wusterhausener Bürgermeister Artur Winklmann

02.02.2021 Seite drucken

Engagiert, hilfsbereit, selbstkritisch, umtriebig – an diese Eigenschaften denke ich bei Artur Winklmann. Kaum ein Name ist so eng mit der jüngeren Stadtgeschichte verbunden wie dieser. Artur Winklmann prägte als Bürgermeister fast 30 Jahre die Geschicke unserer Stadt Königs Wusterhausen (1957 bis 1969 und 1973 bis 1990). Am 27.01.2021 ist er im Alter von 90 Jahren gestorben.

Ich durfte Artur Winklmann einige Male persönlich treffen. Ich lernte ihn als zuvorkommenden Menschen kennen, der sein Wissen gern teilte und immer für ein offenes Gespräch zur Verfügung stand. Ich schätzte ihn dafür sehr.

Als Jugendlicher erlebte er die Schrecken des Zweiten Weltkriegs hautnah mit. Diese Erfahrungen prägten ihn. Er wollte stets den Frieden bewahren und den Menschen ein gutes Leben ermöglichen, soweit es in seiner Macht stand. Mit erst 27 Jahren wurde er Bürgermeister in Königs Wusterhausen. Artur Winklmann studierte von 1959 bis 1964 Staats- und Rechtswissenschaften in Potsdam. Für einige Jahre war er Kreissekretär der Nationalen Front und dann wieder Bürgermeister bis 1990.

In seine Amtszeit fällt unter anderem die Eröffnung des Konsum-Kaufhauses im Jahr 1957, wodurch die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger wesentlich verbessert wurde. Schulen und Kindergärten wurden errichtet, das Kreiskrankenhaus und die Poliklinik gebaut. Das Thema „Wohnungsknappheit“ kannte auch Artur Winklmann schon. Staatlich organsiert wurde ein Programm des Nationalen Aufbauwerkes. Artur Winklmann hatte stets das Wohl „seiner“ Bürgerinnen und Bürger im Blick – mit dem Bau des Neubaugebiets, das er befürwortete, gab er jungen Familien ein eigenes Zuhause. Bis heute sind die Gebäude eine wesentliche Stütze für den Königs Wusterhausener Wohnungsmarkt.

In der Amtszeit Artur Winklmanns verdreifachte sich die Einwohnerzahl fast von 7.000 auf etwa 20.000. Das brachte auch andere Probleme in der städtischen Infrastruktur mit sich: die Wasserknappheit im Sommer, das baufällige und unterdimensionierte Klärwerk oder die problematische Gasversorgung waren große Herausforderungen. Immer versuchte Artur Winklmann zum Wohle der Stadt das Beste zu erreichen. Als überzeugtes SED-Mitglied hatte er den Mut, seine Meinung auch zu vertreten, wenn sie nicht mit den von oben verordneten Ansagen übereinstimmte.

Auch im Ruhestand kam es für den am 03.07.1930 in Märkisch Buchholz geborenen Verwaltungsfachmann nicht infrage wegzuziehen. Er blieb solange ein Bürger der Rundfunkstadt, wie es gesundheitlich ging. Erst in den vergangenen Jahren zog er mit seiner Frau Lieselotte nach Wildau in eine Einrichtung für Betreutes Wohnen.

Meine Gedanken sind bei Artur Winklmanns Familie. Ich spreche ihr - auch im Namen der gesamten Stadtverwaltung - mein tief empfundenes Mitgefühl aus.

Swen Ennullat

Bürgermeister

Foto: Franziska Mohr