Zunehmender Fluglärm erfordert gemeinsames Vorgehen der BER-Umlandkommunen

27.08.2021 Seite drucken

Mit dem zunehmenden Flugverkehr am Flughafen BER mehren sich in den Umlandgemeinden Meldungen von Bürgerinnen und Bürgern, die den Fluglärm betreffen. Auch die Stadtverwaltung Königs Wusterhausen erhält regelmäßig Nachrichten von Einwohnerinnen und Einwohnern zu diesem Thema. Daher sieht Bürgermeisterin Michaela Wiezorek Handlungsbedarf.

Am Donnerstag, den 26.08.2021, nahm sie an einer Gesprächsrunde in Zeuthen teil. Organisiert wurde sie von den Bürgermeistern der Gemeinden Zeuthen, Eichwalde und Schulzendorf. Hauptthema war das Verhalten der Fluglinie Easyjet. Deren Flugzeuge nutzen von der Südbahn des BER aus anstelle der „Hoffmann-Kurve“ vermehrt die 15deg-Ausweichroute. Außerdem wird die Route der „Hoffmann-Kurve“ nicht präzise genug verfolgt. Dadurch sind Menschen dem Fluglärm ausgesetzt, die nicht in Gebieten leben, in denen es Schallschutzmaßnahmen gibt. Betroffen sind aber auch Ortsteile von Königs Wusterhausen. Es wurde in den Jahren der Planung immer wieder versichert, das Königs Wusterhausen aufgrund der Routengestaltung keiner besonderen Schallschutzmaßnahmen bedürfe. Um dies zu gewährleisten, sollte das Krankenhaus nördlich überflogen werden und der weitere Routenverlauf über die Autobahn erfolgen. Nun ist jedoch ein anderer Verlauf erkennbar.

Ein Vertreter der Flughafengesellschaft war bei der Gesprächsrunde in Zeuthen zugegen. Ihm übergab Michaela Wiezorek eine von Bürgerinnen und Bürgern der Region unterzeichnete Petition, die sie am 26.08.2021 erhalten hatte. Darin fordern die mehr als 2000 Unterzeichner eine Lösung für die Lärmbelastung. „Auch wenn die Petition namentlich an mich gerichtet ist, so müssen wir alle gemeinsam handeln. Der Fluglärm betrifft nicht nur einzelne Kommunen und wir sollten nicht nach dem Sankt-Florians-Prinzip handeln“, so Michaela Wiezorek. Dies hatte sie zuvor auch in einem Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der Flughafengesellschaft im Rathaus deutlich gemacht.

Weitere Arbeitsgespräche – auch mit der Fluggesellschaft Easyjet – sollen folgen. Das Unternehmen nahm nicht an der Gesprächsrunde in Zeuthen teil, gleiches gilt für die Deutsche Flugsicherung.

Die direkten Einflussmöglichkeiten der Stadt sind leider vergleichsweise gering, da hier Bundesrecht bzw. Planfeststellungsgesetz greift. Eine kommunale Planungshoheit gibt es nicht. Die Stadt Königs Wusterhausen kann als ständiges Mitglied der Fluglärmkommission (FLK) ihre Belange in diesem Gremium einbringen. Jedoch kann die FLK die Genehmigungsbehörde und das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung nur beraten.

Die Stadt Königs Wusterhausen war immer eine Befürworterin des Flughafens BER und zeigt sich daher enttäuscht über die nicht eingehaltene Zusage zur Routenführung. Um Vertrauen zurückzugewinnen muss seitens der Flughafengesellschaft alles unternommen werden, um über die Flugaufsicht die Routen so anzupassen und zu optimieren, dass es zu spürbaren Lärmreduzierungen kommt. Eine Routenüberprüfung sollte nicht erst nach einem Jahr des Regelbetriebs erfolgen.