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Neues Rechnungswesen
07.08.2007 Druckversion Artikel versenden
Weg von der Kameralistik, hin zur Doppik
Weg von der Kameralistik, hin zur Doppik

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Seit 5.11.2004 Modellkommune

Königs Wusterhausen ist Modellkommune
Der Abschied von der veralteten Kameralistik ist jetzt amtlich: Am 5. November 2004 unterzeichnete Stefan Ludwig gemeinsam mit sieben weiteren Bürgermeistern und Landräten eine Rahmenvereinbarung mit dem Ministerium des Innern.
Inhalt der Vereinbarung: In den nächsten drei Jahren stellen wir als eine der ersten brandenburigschen Kommunen auf das vor allem von der Wirtschaft lange geforderte doppische Haushalts- und Rechnungswesen um. Am Pilotversuch beteiligen sich außerdem der Landkreis Dahme-Spreewald, der Landkreis Ostprignitz-Ruppin, die Landeshauptstadt Potsdam, die Stadt Nauen, die Gemeinden Leegebruch und Boitzenburger Land und das Amt Gerswalde.

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Fragen zum neuen Rechnungswesen

Neues Rechnungswesen: "Wieder mal was Neues?"
Ganz und gar nicht. Denn so neu ist der Ruf nach einem flexiblen und wirtschaftlichen Rechnungswesen eigentlich nicht. Bereits in den 80er Jahren und der Hinwendung zu mehr und mehr modernen, bürgerorientierten Verwaltungen wurde klar, dass das herkömmliche kamerale Rechnungswesen auf Dauer diesen Ansprüchen nicht gerecht werden kann.
Die Kameralistik orientiert sich am Geldverbrauch und erfasst somit nur Einnahmen und Ausgaben - ohne deren Ursprung oder Zuordnung unter periodengerechten Aspekten zu betrachten. Weder das Vermögen einer Kommune noch der Ressourcenverbrauch sind sichtbar. Abschreibungun oder nutzungsbedingter Werteverzehr konnte nicht erfasst werden.
Ein Vergleich mit der „freien“ Wirtschaft ist hier nie möglich, aber heute mehr denn je gefordert.

Was bedeutet das "Neues Kommunales Rechnungswesen" aber konkret?
Es orientiert sich an dem in der Privatwirtschaft gebräuchlichen kaufmännischen Rechnungswesen. Ausnahmen werden jedoch dort gemacht, wo kommunale Besonderheiten abweichende Regelungen erforderlich machen. Es ist ein sogenanntes doppisches kommunales Haushalts- und Rechnungswesen, eine Art der kaufmännischen Buchführung verbunden mit der Kosten- und Leistungsrechnung.

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Wie soll das in der Praxis aussehen?
Das veranschaulicht vielleicht ein Beispiel am besten:
Der Kauf eines Computers wird nicht mehr - wie bisher in der Kameralistik - mit der Investitionsausgabe in Höhe von 5000 Euro im Anschaffungsjahr belastet, sondern mit dem nutzungsbedingten Werteverzehr (Abschreibungsaufwand) in Höhe von 1000 Euro (bei fünfjähriger Nutzung).

Was soll damit erreicht werden?
Damit wird der tatsächliche jahresbezogene Aufwand für eine Leistung der Verwaltung nachvollziehbar und es ist genau bezifferbar, was Verwaltung "kostet".
Die Umstellung des städtischen Haushalts- und Rechnungswesen von der Kameralistik auf doppische Buchführung (Doppik) stellt im Rahmen der Verwaltungsmodernisierung eines der wichtigsten Reformprojekte in den nächsten Jahren dar. Die ständige Konferenz der Innenminister der Länder hat am 11. Juni 1999 eine "Konzeption zur Reform des Kommunalen Haushaltsrechts" verabschiedet. Die generelle Einführung des doppischen Rechnungswesens im Land Brandenburg soll dann ab 2008 erfolgen.

Wie soll die Einführung des doppischen Rechnungswesens umgesetzt werden?
Die Stadt Königs Wusterhausen hat im Jahr 2003 in zwei Pilotobjekten für das Jahr 2002 im Parallelbetrieb zur Kameralistik die Doppik versuchsweise eingeführt, um für Lernzwecke Zusammenhänge aufzuzeigen und Ergebnisse nachvollziehen zu können. Als Pilotobjekte wurden das Bürgerhaus und die Feuerwehr ausgewählt.

Damals wurde bereits eine Projektgruppe ins Leben gerufen, um erste Schritte für die aufwendige Umstellung auf das neue Rechnungswesen vorzubereiten: Königs Wusterhausen fängt also nicht bei Null an. Die neunköpfige Runde arbeitet Ämter übergreifend unter der Leitung des Kämmerers. Entscheidend für die Auswahl der Mitglieder waren neben betriebswirtschaftlichen und verwaltungsrechtlichen Erfahrungen auch notwendige Computer- und EDV-Kenntnisse. Außerdem wurde die Personalvertretung von Anfang an mit eingebunden.
Die Lenkungsgruppe - der Bürgermeister, der Vorsitzende des Finanzausschusses und der Kämmerer - sind sozusagen das übergeordnete Kontroll- und Entscheidungsgremium der Projektdurchführung. Besonders eng arbeiten die Projektleitung - Jörn Perlick und Elke Reinkober - mit den anderen Mitgliedern des Kernprojektteams Monika Eckelmann, Annette Kaisig und Jörg Arwa zusammen.
Die konkrete Umsetzung der Projektziele erfolgt in drei Teilprojekten.

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