50. Jahrestag des Flugzeugunglücks in Königs Wusterhausen

15.08.2022 Seite drucken

Um an die 156 Opfer des Flugzeugabsturzes am 14. August 1972 über Königs Wusterhausen zu erinnern, enthüllten Bürgermeisterin Michaela Wiezorek und die Erste Beigeordnete des Landkreises Dahme-Spreewald Susanne Rieckhof am 50. Jahrestag des bisher größten zivilen Flugzeugunglücks am vergangenen Sonntag eine Gedenktafel in der Nähe der Absturzstelle.

Nur wenige Minuten nach dem Start der Interflug-Maschine IL-62-DM-SEA auf dem Weg nach Bulgarien bemerkte der Pilot Heinz Pfaff Probleme an der Steuerung. Vergebens versuchte er, nach Berlin-Schönefeld zurückzukehren. Mit einem gewagten Manöver gelang es ihm, den Triebschub noch einmal zu erhöhen, so dass die Maschine über einer Brachfläche und nicht über dem belebten Königs Wusterhausener Bahnhof zu Boden ging.

„Die Geistesgegenwart und der Mut von Heinz Pfaff können gar nicht genug gewürdigt werden“, sagte Bürgermeisterin Michaela Wiezorek in ihrer Ansprache. „Er hat eine noch viel größere Katastrophe mit noch mehr Todesopfern verhindert.“

Im Jahr 1997 wurde im Königs Wusterhausener Kirchsteig auf private Initiative hin ein Gedenkstein errichtet. Den 50. Jahrestag des traurigen Ereignisses nahm die Stadt Königs Wusterhausen nun zum Anlass, um gemeinsam mit dem Landkreis Dahme-Spreewald einen offiziellen Ort des Gedenkens in Königs Wusterhausen zu schaffen.

Zur Veranstaltung waren auch einige Zeitzeugen gekommen: Angehörige der Opfer, Rettungskräfte und Anwohner*innen, die das tragische Ereignis hautnah miterlebten und den schrecklichen Anblick an der Absturzstelle bis heute nicht vergessen haben.

„Vielleicht ist diese Gedenktafel nicht nur ein Ort der Erinnerung, sondern auch ein Mahnmal, das uns vergegenwärtigt, dass es am Ende nicht die Technik ist, auf die es ankommt, sondern dass die Taten der Menschen zählen“, sagte Michaela Wiezorek.

Im Anschluss an die Enthüllung der Gedenktafel in Königs Wusterhausen fand auch eine Gedenkveranstaltung auf dem Friedhof in Wildau statt, auf dem die Opfer des Flugzeugunglücks beigesetzt sind.