Minimierung von Lärmbelastungen in der Flughafenregion

11.10.2022 Seite drucken

Bürgermeisterin Michaela Wiezorek plant, eine Arbeitsgruppe mit sachkundigen Personen zu gründen, um gemeinsam über Lösungsmöglichkeiten nachzudenken, wie im Umfeld des Flughafens BER eine gerechte Verteilung der Lärmbetroffenheiten und eine Minimierung der Gesamtlärmbelastung für einzelen Gebiete herbeigeführt werden kann.

Die Flugbewegungen am Flughafen BER nehmen stetig zu. Deutliche Lärmbelastungen entstehen vor allem dann, wenn die Flugbewegungen auf der fliegerisch anspruchsvollen Hoffmann-Kurve nach Süden oder auf der entlang Wildau, Königs Wusterhausen und Zernsdorf verlaufenden S-Kurvenvariante zu niedrig oder nicht innerhalb der vorgesehenen Korridore verkehren. Zu den Betroffenen gehören auch kritische Infrastrukturen wie z.B. das Achenbach Krankenhaus in Königs Wusterhausen oder Seniorenpflegeeinrichtungen.

Vor diesem Hintergrund gilt es, die tatsächlichen Lärmbetroffenheiten anhand der konkreten Flugbewegungen zu untersuchen sowie geeignete und umsetzbare Vorschläge für eine gerechte Verteilung des Fluglärms zu erarbeiten. Dies muss in Zusammenarbeit mit den Mitgliedern der Fluglärmkommission und der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH geschehen. Mögliche Flugroutenanpassungen oder alternative Flugbetriebsvarianten müssen in diese Betrachtung selbstverständlich miteingeschlossen sein und ernsthaft geprüft werden.

In der Fluglärmkommission werden Königs Wusterhausen und Wildau zunächst den Antrag von Mittenwalde unterstützen, der eine Berechnung bzw.Überprüfung des sogenannten BER DROps Verfahrens beinhaltet. Dabei geht es im Wesentlichen um die Erzeugung von Lärmpausen am BER durch entmischten Betrieb der Pisten, um so eine Entlastung für die vom Fluglärmbetroffenen herbeizuführen. Die Städte Königs Wusterhausen und Wildau setzen sich hierzu für eine ergebnisoffene Prüfung ein und suchen aktiv den Dialog mit den ebenfalls betroffenen Kommunen.

Einer der wichtigsten Standortvorteile und größte wirtschaftstreibende Kraft für die RWK-Kommunen Königs Wusterhausen, Wildau und Schönefeld ist der Flughafen BER. Es kann also nicht darum gehen, die Auslastung des Flughafens zu verringern, sondern vielmehr darum, Möglichkeiten für eine gerechte Verteilung der Lärmbetroffenheiten und eine Minimierung der Gesamtlärmbelastung für die einzelnen Gebiete zu finden. Dies kann nur im Rahmen eines interkommunalen Dialogs mit den Nachbarkommunen erzielt werden.