Stadt fordert Rückkehr zu längeren Geradeausabflugverfahren

13.01.2015 Seite drucken

Bürgermeister Dr. Lutz Franzke will alle Möglichkeiten ausschöpfen, um direkte Überflüge über Königs Wusterhausen und die Ortsteile zu verhindern.

Die neuen Flugrouten, die die Deutsche Flugsicherung (DFS) der Fluglärmkommission am 04.07.2011 vorstellte, entlasten zwar einige Gemeinden der betroffenen Region, Königs Wusterhausen würde jedoch durch die geplante Doppelkurve über Wildau und Königs Wusterhausen erhebliche negative Auswirkungen zu spüren bekommen.

"Unser absolutes Ziel bleibt es, dass die Flugrouten über Königs Wusterhausen verschwinden. Wir schöpfen alle Möglichkeiten aus", betonte Bürgermeister Dr. Lutz Franzke in einem Interview mit der Märkischen Allgemeinen Zeitung. Keinesfalls werde man sich entmutigt zurückziehen.

Königs Wusterhausen möchte zumindest teilweise die Rückkehr zu längeren Geradeausabflugverfahren auf der Südbahn nach Osten erreichen. Dies ist jedoch nur mit einer Ausnahmegenehmigung möglich. Das Land Brandenburg unterstützt die Stadt insoweit, als es die dafür erforderliche Sicherheitsstudie in Auftrag geben wird. Bürgermeister Dr. Lutz Franzke ist Mitglied der Arbeitsgruppe für diese Variante. Mit einem Ergebnis der Studie ist allerdings erst im September 2012 zu rechnen.

Da Königs Wusterhausen bereits jetzt erhebliche Lärmbelästigungen durch Bahn, Autobahn und Flugzeuge hinnehmen muss, setzt sich Bürgermeister Dr. Lutz Franzke derzeit dafür ein, dass die Überflughöhen noch einmal angehoben werden und dass die Verkehrsministerien des Bundes und des Landes die Stadt bei der Umsetzung von Lärmschutzmaßnahmen entlang der Bahntrasse und der Autobahn unterstützen.

Auch wenn die neuen Flugroutenvorschläge nicht zufriedenstellend sind, konnte die Stadt zumindest eine Verbesserung gegenüber den Vorschlägen vom September 2010 durchsetzen: "Bei den Anflügen nach Schönefeld wird um Königs Wusterhausen komplett ein Bogen gemacht. Außerdem werden Zeesen und Diepensee bei den Starts nicht mehr direkt überflogen", so Dr. Franzke. Dies seien kleine Erfolge. Die Vorschläge der DFS betrachtet er als ein Zwischenergebnis: "Jetzt müssen wir weiter Druck machen."