Uhrmacherbetrieb Bätcher feiert 100-jähriges Bestehen

31.01.2019 Seite drucken

Joachim Bätcher hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Der 77-Jährige ist Uhrmacher und führt seit 1964 den Familienbetrieb am Seglersteg in Neue Mühle. Nun gab es Grund zum Feiern, denn die Uhrmacherwerkstatt existiert seit nunmehr 100 Jahren. Am Dienstag, den 29.1.2019, nahm Joachim Bätcher die Glückwünsche von Königs Wusterhausens Bürgermeister Swen Ennullat, seinem Stellvertreter, René Klaus, und weiteren Gratulanten entgegen. Darunter auch Gerald Krüger, Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft im Landkreis Dahme-Spreewald, und Heiko Vesper von der Handwerkskammer Cottbus, die eine Jubiläumsurkunde überreichten.

An zwei Tagen in der Woche öffnet Joachim Bätcher immer noch seine Uhrmacherwerkstatt, obwohl er das eigentlich nicht müsste. Aber die Kunden schätzen sein handwerkliches Geschick. „Man sollte ruhige Hände, Geduld und gute Augen mitbringen“, erzählt Joachim Bätcher, der trotz der Arbeit Zeit für seine Hobbys hat. Der 77-Jährige züchtet seit 40 Jahren Sittiche und sammelt Nussknacker.

Sein Großvater, Max Bätcher, eröffnete den Betrieb am 29.1.1919 in Berlin-Schöneberg. Dieses Datum ist schriftlich belegt. 1944 brannte das Geschäft in der Berliner Pallasstraße nach einem Bombenangriff völlig aus. Max Bätcher zog auf sein Wochenendgrundstück nach Königs Wusterhausen/Neue Mühle – dem heutigen Sitz des Unternehmens. Joachim Bätcher wuchs bei seinen Großeltern und damit in der Uhrmacherwerkstatt auf. „Einen alternativen Beruf gab es für mich nicht. Schon als Kind war klar, dass ich die Werkstatt von meinem Großvater übernehmen werde“, erinnert sich der Handwerksmeister.

Gelernt hat er das Uhrmacherhandwerk bei seinem Opa zwischen 1957 und 1960, bevor er 1965 seinen Meisterabschluss machte. „Zu DDR- Zeiten führte ich einen reinen Reparaturbetrieb. Uhren verkaufen durfte ich nicht“, erzählt Joachim Bätcher. Mit der Wende stand die Überlegung an, das Unternehmen zu vergrößern und anderweitig auszurichten. Doch der Uhrmachermeister und seine Frau Sabine, die zweitweise mit in dem Betrieb arbeitete, haben sich gegen diesen Schritt entschieden und es bis heute nicht bereut.

Einen Nachfolger hat Joachim Bätcher nicht, sein Sohn ist gelernter Autoschlosser. So endet also die 100-jährige Firmengeschichte, doch wann genau, ist noch offen. „So lange ich Lust habe und die Reparaturen ausführen kann, werde ich meinen Laden weiter öffnen“, versichert Joachim Bätcher, der 2015 den Goldenen Meisterbrief erhielt.

Bildunterschrift:

Die Ehrenurkunde zum 100-jährigen Bestehen seines Betriebs erhält Joachim Bätcher (2.v.r.) von Heiko Vesper (l.) von der Handwerkskammer Cottbus und dem Kreishandwerksmeister Gerald Krüger. Königs Wusterhausens Bürgermeister, Swen Ennullat (r.), gratuliert ebenfalls. Foto: Reik Anton