Stadt strebt Mitgliedschaft in Schutzgemeinschaft gegen Fluglärm an

07.01.2020 Seite drucken

Um die Bürgerinnen und Bürger vor unnötigem Fluglärm zu schützen, möchte die Stadt Königs Wusterhausen der Schutzgemeinschaft Umlandgemeinden Flughafen Schönefeld e.V. beitreten. Das sieht eine gemeinsame Beschlussvorlage der Ortsvorsteherinnen und Ortsvorsteher der Ortsteile Diepensee, Niederlehme sowie Wernsdorf und Bürgermeister Swen Ennullat für die Stadtverordnetenversammlung vor. Die Ortsvorsteherin von Zernsdorf hat ebenfalls angekündigt, das Vorhaben zu unterstützen.

„Der jetzige Flughafen Schönefeld und der neue Großflughafen BER sind bzw. werden Motoren der positiven regionalen Entwicklung. Dennoch darf diese nicht auf Kosten der Gesundheit und Lebensqualität der hier lebenden Menschen erfolgen. Deswegen soll durch den Beitritt zur Schutzgemeinschaft sichergestellt werden, dass wir ein größtmögliches Maß an Lärmschutz erreichen können“, erläutert Swen Ennullat.

Die Schutzgemeinschaft Umlandgemeinden Flughafen Schönefeld e.V. ist ein Interessenzusammenschluss der Brandenburger Anrainergemeinden des Flughafens BER: Blankenfelde-Mahlow, Eichwalde, Erkner, Großbeeren, Grünheide sowie Ludwigsfelde, Schulzendorf und Zeuthen. Sie fordern, dass während der gesetzlich geschützten Nachtruhe nicht geflogen wird. Außerdem soll ein möglichst großes Maß an aktivem Lärmschutz für die im Flughafenumfeld lebenden Menschen erreicht werden. Darüber hinaus setzt sich die Schutzgemeinschaft dafür ein, dass möglichst wenig Menschen vom Fluglärm betroffen sind d.h., Flugrouten sollen nach Möglichkeit nicht über besiedeltem Gebiet verlaufen. Falls das unvermeidbar ist, soll die Lärmintensität so gering wie möglich sein.

Zweck der Schutzgemeinschaft ist die Förderung der Siedlungsentwicklung auf kommunaler und regionaler Ebene. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch als höchstes Schutzgut jeder Umweltpolitik in seinem Lebens- und Arbeitsbereich.

Ziel der Schutzgemeinschaft ist insbesondere im Zusammenhang mit der Standortentscheidung für einen Großflughafen in der Region:

  • der Schutz der Allgemeinheit vor Lärm, Schadstoffen und sonstigen Gefährdungen durch den Flugverkehr,
  • die Reduzierung und Verhinderung vorliegender und künftiger Belastungen,
  • der Schutz der körperlichen Unversehrtheit der Bürger gemäß Grundgesetz,
  • die gleichberechtigte Behandlung der Bürger im Vergleich zu Anwohnern anderer Flughäfen,
  • die Gewährleistung von Umwelt-, Landschafts- und Denkmalschutz.

Die Stadt Königs Wusterhausen hat sich seinerzeit aktiv an der Flugroutendiskussion beteiligt, denn sie ist durch die Flugroute über den Punkt GORIG 1B vom Fluglärm betroffen. Daher ist es auch Sicht der Stadt sinnvoll, Mitglied der Schutzgemeinschaft zu werden. „Ich freue mich, dass es dafür den Rückhalt in den Ortsteilen gibt“, so Swen Ennullat.