Königs Wusterhausen reicht Preis für schlimmste Kreuzung weiter

    Bodo Rinas (l.) und Margrit Richter (2.v.l.) übergaben an die städtische Gleichstellungsbeauftragte Friederike Weigelt (4.v.l.) die Tafel für die schlimmste Kreuzung für sehbehinderte udn blinde Menschen.

    Der Straßenverkehr ist selbst für Menschen, die sehen können eine Herausforderung. Baustellen komplizieren das Geschehen zusätzlich. Aber sehbehinderten und blinden Menschen fällt es noch schwerer, sich zurecht zu finden. Deshalb hat Bodo Rinas, Vorsitzender des Blinden- und Sehbehinderten-Verbands Brandenburg (BSVB) den bundesweiten Sehbehindertentag am 6. Juni zum Anlass genommen, um in Königs Wusterhausen auf eine gefährliche Kreuzung aufmerksam zu machen. Gemeinsam mit Margrit Richter, von der örtlichen Bezirksgruppe, übergab Rinas der städtischen Gleichstellungs- und Behindertenbeauftragen, Friederike Weigelt, eine Urkunde für die „schlimmste Kreuzung für sehbehinderte und blinde Menschen“. 

    Die Übergabe fand selbstverständlich an der schlimmsten Kreuzung statt. Auserkoren hat der BSVB dafür die Kreuzung Brücken-/Ecke Gerichtsstraße. Hier treffen zwei Landesstraßen aufeinander. Schon in der ursprünglichen Ausgestaltung sei es für sehbehinderte und blinde Menschen schwierig, sich zu orientieren. „Es fehlen Leitlinien, an denen sich blinde Menschen beim Überqueren der Straße orientieren können“, erklärt eine Lehrerin der Brandenburgischen Schule für Blinde und Sehbehinderte. „Dadurch, dass alles abgesenkt ist, fehlen die für Blinde wichtigen Kanten und Absätze. Die Unterschiede zwischen Straßen und Gehweg sind nicht erkennbar“.

    Die im Herbst 2023 eingerichtete Baustellenampel erschwert die Situation zusätzlich. „Es ist unklar, welche Ampel Blinde bedienen müssen“, erklärt Bodo Rinas. „Wobei die akustischen Signaltöne an beiden Ampeln nicht aktiviert sind.“ Er fordert: „An dieser Kreuzung muss zeitnah – auch wenn es eine Übergangslösung ist – etwas für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer erreicht werden.“
    Ein Auftrag, den die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Königs Wusterhausen aufnimmt und an zuständigen Landesbetrieb für Straßenwesen Brandenburg weiterreicht. „Barrierefreiheit ist ein wichtiges Thema, wir werden unseren Einfluss beim Landkreis und dem Landesbetrieb geltende machen“, so Friederike Weigelt.