Qualität vor Schnelligkeit: Wetterkapriolen verzögern Pflasterarbeiten in der Bahnhofstraße
Auf einem kleinen Teil der Bahnhofsstraße können Passanten schon über das hochwertige Granitpflaster laufen.
Stadt Königs Wusterhausen
Die Neugestaltung der Bahnhofstraße mit hochwertigem Granitpflaster ist ein wichtiges Projekt für unsere Stadt. „Aktuell zwingen uns die extremen Wetterlagen jedoch zu Zwangspausen, wodurch sich die Fertigstellung verzögert. Dafür bitten wir die Anwohner, Gewerbetreibenden und Passanten um Verständnis“, sagt Michaela Wiezorek.
Einen ersten Eindruck von der Qualität des neuen Pflasters auf der Bahnhofstraße können Passanten bereits gewinnen. Ein kurzer Abschnitt nahe der Fußgängerampel an der Schleuse ist bereits begehbar.
Warum kann nicht hintereinander weg gepflastert werden?
Granitsteine benötigen einen speziellen Hochleistungsmörtel, um dauerhaft fest, frostbeständig und sicher zu liegen.
Dieser Mörtel ist wetterfühlig.
Bei Hitze über 30 Grad verdunstet das notwendige Wasser im Mörtel viel zu schnell. Der Mörtel „verdurstet“, bevor er chemisch abbinden kann. Die Folge: Er wird bröselig wie Sand und die Granitsteine lockern sich schon nach wenigen Wochen.
Bei Stark- oder Dauerregen passiert das Gegenteil. Das Wasser wäscht die Bindemittel aus den Fugen oder verwässert die Mischung. Der Mörtel wird instabil, verliert seine Tragfähigkeit und das Pflaster sackt später ab.
Würde trotz dieser Wetterextreme weitergearbeitet, bestünde das Risiko schwere Baumängel. Dann müsste das Pflaster bereits nach kurzer Zeit unter erneuter Vollsperrung aufwendig saniert werden. Um eine langlebige, sichere und optisch ansprechende Bahnhofstraße zu garantieren, müssen die vom Hersteller vorgeschriebenen Wetterfenster strikt einhalten werden. Sobald die Temperaturen und die Niederschläge es zulassen, wird das Baustellenteam den Betrieb immer wieder mit voller Kraft aufnehmen. Für die Stadt steht Nachhaltigkeit im Vordergrund, statt eine kurzfristige, qualitativ minderwertige Lösung umzusetzen.
So geht es weiter
Die Pflasterarbeiten auf dem ersten Abschnitt der Bahnhofstraße zwischen Schlossstraße und Karl-Marx-Straße werden voraussichtlich Ende August 2026 abgeschlossen sein.
Anfang September können dann die Bauarbeiten am zweiten und dritten Bauabschnitt beginnen. Die Anlieger haben bereits eine erste Information zum Ablauf der Bauarbeiten erhalten. Sie werden rund zwei Wochen vor dem tatsächlichen Baubeginn schriftlich über den exakten Termin und die Ansprechpartner während der Bauzeit informiert.
Die Verwaltung befindet sich im engen Austausch mit dem bauausführenden Unternehmen. Der weitere Verlauf der Bauarbeiten wird – in Abhängigkeit von der Witterung – entsprechend zwischen den Fachleuten abgestimmt. Ziel ist es, die Pflasterarbeiten in diesem Jahr so weit wie möglich zu beenden, um Einschränkungen für Fußgänger und den Fahrzeugverkehr in den Wintermonaten zu minimieren.
Hintergrund
Die Bahnhofstraße in Königs Wusterhausen wird saniert, um sie für Fußgänger besser und sicherer begehbar zu machen. Das historische Kopfsteinpflaster der Fahrbahn mit gewölbten Steinen und die großen Fugen machen es vor allem für Menschen schwer auf der Straße zu laufen, die nicht sicher zu Fuß sind, Rollatoren oder andere Gehilfen verwenden. Aber auch für Fahrradfahrer ist die Straße nur schwer befahrbar, weshalb sie teilweise auf den Gehweg ausweichen.
Die Stadt investiert rund 1,2 Millionen Euro in die Sanierung.
