Kommunale Wärmeplanung

Kernziele der Wärmeplanung bis 2025

Die Stadt Königs Wusterhausen verfolgt mit der Wärmeplanung mehrere zentrale Ziele, die eine sichere, bezahlbare und nachhaltige Wärmeversorgung gewährleisten sollen:

Klimafreundliche Wärmeversorgung

Schrittweiser Ausstieg aus fossilen Energien und starker Ausbau erneuerbarer Wärmequellen

Sozial gerechte Versorgungssicherheit

Langfristig stabile   und bezahlbare Wärme für alle Bürger'*innen

Regionale Wertschöpfung

Nutzung lokaler Energiequellen und Stärkung der Wirtschaft vor Ort

Kommunale Unabhängigkeit

Verringerung der Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen

Wie funktioniert Wärmeplanung?

Die Wärmeplanung beginnt mit einer Analyse der aktuellen Wärmeversorgung und des künftigen Bedarfs. Das Projektteam erstellt eine Übersicht, wo aktuell wie geheizt wird und prüft verschiedene Alternativen hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit. Auf Basis dieser Ergebnisse wird ein langfristiger Plan für eine klimafreundliche und gleichzeitig finanziell tragbare Wärmeversorgung für das Stadtgebiet entwickelt.

Mit dem Beginn der kommunalen Wärmeplanung setzt Königs Wusterhausen einen wichtigen Schritt, um seine Wärmeversorgung vorausschauend und wirtschaftlich zu gestalten.

Zeitlicher Rahmen und Beteiligung

Die Beteiligung verschiedener Gruppen ist ein wichtiger Bestandteil des Prozesses:

  • Ausschussbeteiligung: Beratungen und Abstimmung in den politischen Gremien 
  • Fachbeirat Wärme: Austausch mit Experten aus der Energie- und Wohnungswirtschaft sowie Großgewerbe
  • Öffentlichkeit: Frühzeitige Einbindung und Information der Bürger*innen durch Veranstaltungen und bei Bedarf zusätzlichen Bürgersprechstunden

Der Wärmeplan muss gemäß Wärmeplanungsgesetz spätestens bis zum 30. Juni 2028 fertiggestellt sein. Königs Wusterhausen hat bereits im Juni 2025 begonnen und peilt eine Fertigstellung Mitte 2026 an.

Wo Wärmenetze wahrscheinlich sind 

Noch während die Bestandsaufnahme der kommunalen Wärmeplanung in Königs Wusterhausen läuft, wurden bereits Gebiete identifiziert, in denen auch zukünftig Wärmenetze unwahrscheinlich sind. Diese Gebiete sind von Einfamilienhäusern geprägt, so dass den Kosten, ein Wärmenetz in der Straße zu verlegen nur geringe Einnahmen durch wenige Abnehmer gegenüberstehen würden. Zusätzlich sind keine besonderen Potenziale zur Wärmeerzeugung vorhanden (wie beispielsweise unvermeidbare Abwärme aus der Industrie).

Im Ergebnis sollen die auf den Karten markierten Gebiete den dortigen Gebäudeeigentümer*innen helfen, bei einem anstehenden Heizungstausch schon jetzt die Weichen richtig zu stellen: In diesen Gebieten wird sehr wahrscheinlich auch langfristig kein Wärmenetz entstehen, sie werden also auch weiterhin dezentral beheizt. Dort spricht nichts dagegen, schon heute in eine zukunftsfähige Heizungsanlage zu investieren.

Die Verbraucherzentrale Brandenburg berät Sie gegen eine geringe Schutzgebühr kostenlos und unabhängig, welche Heizung für Ihr Gebäude am besten geeignet ist und ob eine gleichzeitige Sanierung sinnvoll ist. 

Ergebnisse der Eignungsprüfung 
gesamt

Ergebnisse der Eignungsprüfung Nord

Ergebnisse der Eignungsprüfung Süd

Fachbeirat Wärmeplanung 

Im Juni 2025 hat die Stadtverwaltung die Arbeit an der Wärmeplanung aufgenommen. Damit ein tragfähiger Wärmeplan erarbeitet werden kann, wurden zahlreiche lokale Akteure in den gesamten Planungsprozess eingebunden. In einem Fachbeirat, dem Vertreter von Energieversorgern, Wohnungsunternehmen, Verwaltung und Wirtschaft angehören, wurden regelmäßig Zwischenstände diskutiert und zuletzt im Rahmen eines Workshops konkrete Maßnahmen zur Umsetzung entwickelt.  Der Fachbeirat Wärme hat dabei eine beratende Funktion und unterstützt so das Bearbeitungsteam aus Stadtverwaltung und externem Dienstleister, der Megawatt Ingenieurgesellschaft mbH.

Auch die Politik sowie Bürgerinnen und Bürger wurden kontinuierlich informiert. In zwei Ausschüssen wurden Zwischenergebnisse der Wärmeplanung im September 2025 und im Februar 2026 öffentlich präsentiert. 

Bis Mitte 2026 soll der kommunale Wärmeplan für Königs Wusterhausen ausgearbeitet und von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen sein. Er ist ein langfristiges Planungsinstrument ohne rechtliche Außenwirkung, mit dem bis 2025 die Wärmewende im Stadtgebiet koordiniert werden soll. 

Stand heute und Potenziale für die künftige Wärmeversorgung

Ende Oktober 2025 wurde die Bestands- und Potenzialanalyse für den kommunalen Wärmeplan abgeschlossen. Die Ergebnisse werden transparent gemacht und veröffentlicht.

Wichtige Erkenntnisse zum Status Quo der Wärmeversorgung:

  • Im Gemeindegebiet werden heute 346 GWh Wärme pro Jahr benötigt
  • Davon wird heute 12 % über Wärmenetze gedeckt, neben der WKW betreiben auch Engie und die Gasag-Tochter GSP kleinere Netze
  • Private Haushalte sind für 71 % des Wärmebedarfs verantwortlich
  • Erdgas verursacht heute mit 82 % den Löwenanteil der Treibhausgas-Emissionen


Die Potenzialanalyse zeigt:

  • Abwärme bei hoher Temperatur aus dem Biomasse-Kraftwerk der MVV stellt ein großes Potenzial dar, deren Nutzung bereits zwischen WKW und MVV vereinbart wurde.
  • Abwärme bei niedriger Temperatur aus dem Rechenzentrum an der Autobahn-Anschlussstelle Mittenwalde ist attraktiv, aber weit entfernt.
  • Erdsonden als (dezentrale) Wärmequelle werden in weiten Teilen des Gemeindegebiets durch Wasserschutzgebiete und Altlasten ausgeschlossen oder eingeschränkt
  • Tiefengeothermie könnte nutzbar sein, die Erschließung ist aber mit hohen wirtschaftlichen Risiken verbunden


Auf Grundlage dieser umfangreichen Daten wird das Bearbeitungsteam in den kommenden Wochen Gebiete finden, die sich für neue Wärmenetze eignen, und dort die jeweils beste Art der Wärmeerzeugung ermitteln. Daraus ergibt sich das Zielszenario für eine klimaneutrale Wärmeversorgung im Jahr 2045. Um den Weg zu diesem Ziel zu beschreiben, werden dann im letzten Schritt Maßnahmen erarbeitet. 

Männlicher Avatar
Lukas-Maximilian Holz
  • Kommunaler Klimaschutz

Scheederstraße 2 - Haus C
15711 Königs Wusterhausen

Telefon: 03375 273-178
Mobil: 0176 12644209

klimaschutz@stadt-kw.de

Postanschrift:
Schlossstraße 3
15711 Königs Wusterhausen