Swing up the Hill 2026 - Königs Wusterhausen swingt in das neue Jahr
Swing up the Hill 2026
„Woman in Boogie & Blues“ (v. l. n. r.): Andreas Bock (Schlagzeug), Anja Tschenisch (Gesang), Frank Rhiem (Mundharmonika) und Markus Labsch (Piano)
Stadt Königs Wusterhausen
Am zweiten Wochenende des neuen Jahres lud die Stadt Königs Wusterhausen gleich zweimal zum festlichen Neujahrskonzert „Swing up the Hill“ in den Rathaussaal ein. Doch es blieb nicht bei Musik allein – der Abend wurde zu einem emotionalen Höhepunkt voller Erinnerungen, Swing und einem bewegenden Abschied.
Ein letztes Mal wurde die Bürgermeisterin zur Begrüßung von Detlef Wachs, dem „Langen Kerl von Königs Wusterhausen“, begleitet. Unter den Klängen traditioneller Marschmusik zog er feierlich in den Saal ein. Mit bewegenden Worten würdigte die Bürgermeisterin sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Wirken:
„Dieser Lange Kerl gehört seit 33 Jahren zum Bild der Stadt. Wie kein anderer hat er Königs Wusterhausen mit Leib und Seele repräsentiert.“
Die Rührung war Detlef Wachs deutlich anzusehen – kaum ein Auge blieb trocken.
Seit 1993 verkörperte Detlef Wachs die historische Figur des Langen Kerls mit dem Ziel, das Ansehen der Stadt Königs Wusterhausen zu stärken. Sein originalgetreues Kostüm ließ er ebenso vor 33 Jahren eigens in den DEFA-Studios Potsdam anfertigen. Es kam im Laufe der Jahre mehr als 1.000 Mal zum Einsatz. Zunächst war Wachs im Tourismusverband Dahme-Seenland tätig, später bei der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH. Als Repräsentant war er weit über die Stadtgrenzen hinaus unterwegs – vor allem für Brandenburg, aber auch in Skandinavien, darunter Schweden und Dänemark, in Ungarn, auf Mallorca sowie an vielen weiteren Orten.
Detlef Wachs verabschiedet sich nach 33 Jahren als „Langer Kerl“ von Königs Wusterhausen – mit der Bürgermeisterin Michaela Wiezorek und seinem treuen Publikum.
Stadt Königs Wusterhausen
Zum Abschied nahm er symbolisch die Maske ab und machte deutlich: Hinter der Figur stand immer auch ein Mensch. Das Publikum dankte ihm mit stehenden Ovationen. Die Größe dieses besonderen Königs Wusterhauseners zeigte sich schließlich in seiner Geste des Dankes an die Bürgermeisterin. Als Anerkennung überreichte er ihr eine kleine Anstecknadel mit dem Langen Kerl.
Nach diesem bewegenden Moment übernahm die Musik und das Konzert konnte beginnen. Was zunächst nach leisen Tönen klang, entwickelte sich innerhalb weniger Sekunden zu einem mitreißenden Swing-Erlebnis. Der ganze Saal wippte im Takt.
Die Band präsentierte sich unter dem verheißungsvollen Titel „Woman in Boogie & Blues“ in Höchstform. Markus Labsch ließ seine Finger virtuos über die Tasten fliegen, während der eindringliche Gesang von Anja Tschnisch das Publikum spürbar berührte. Auch ohne Gesang überzeugten die Boogie Shakers mit Leidenschaft und Spielfreude. Besonders die Soli von Frank Rhim aus Bremen an der Mundharmonika sowie das energiegeladene Schlagzeugspiel von Andreas Bock sorgten für Begeisterung.
Ein weiterer Höhepunkt: Das Quartett trug während des Spielens das Keyboard quer durch den Saal – ein Sinnbild für Humor und musikalische Extraklasse. Die preisgekrönten Musiker rissen das Publikum mit beeindruckenden Jazz- und Boogie-Einlagen mit. Markus Labsch brachte es selbst auf den Punkt:
„Ich bin sehr dankbar, mit solch unfassbar freakhaften, unglaublichen Typen Musik machen zu dürfen.“
Berauscht von Musik und Emotionen richtete die Bürgermeisterin zum Abschluss ihre Neujahrswünsche aus für das Jahr 2026. Sie dankte der Band und dem Publikum mit den Worten:
„Starke Kultur und starke Kunst, wie sie uns dieser "beswingte" Abend geschenkt hat, sind für unsere Gesellschaft unverzichtbar und prägen das Stadtbild.“
Als Vertreterin von Mayors for Peace betonte sie zudem die Bedeutung des Friedens als gemeinsame Verantwortung.
Mit diesen Gedanken klang der Abend aus. Die Gäste verließen das Rathaus erfüllt von Musik, Erinnerungen und Zuversicht – hinaus in die klirrende Kälte der Januarnacht.
