Stadtentwicklung wurde bei einem Stadtrundgang erlebbar

Tag der Städtebauförderung 2026

Am Bahnhof Königs Wusterhausen startete der Rundgang anlässlich des Tages der Städtebauförderung.

Den Tag der Städtebauförderung am 09.05.2026 nutzten bundesweit mehr als 600 Kommunen, um ihre Stadtentwicklungsprojekte im Rahmen der Städtebauförderung vorzustellen. Auch im Land Brandenburg beteiligten sich 38 Städte und Gemeinden mit vielfältigen Aktionen – von Baustellenführungen über Workshops bis hin zu Fahrradtouren. Die Stadt Königs Wusterhausen lud ihre Bürgerinnen und Bürger unter dem Motto „Auf alten und neuen Wegen durch Königs Wusterhausen“ zu einem gemeinsamen Stadtrundgang von der Innenstadt ins Neubaugebiet ein. Ziel war es, die geplanten Maßnahmen in den beiden Fördergebietskulissen direkt vor Ort anschaulich zu machen und den Teilnehmenden zu vermitteln, wie sich die Gebiete zukünftig entwickeln könnten.

Der Bahnhof und die Bahnhofstraße sollen im Rahmen des Förderprogramms „Lebendige Zentren“, bei dem Bund und Länder Fördermittel bereitstellen, zu einem lebendigen und vielseitig nutzbaren Standort weiterentwickelt werden. Unterstützt wird die Stadt bei ihrem Vorhaben von den Planungsbüros „slapa & die raumplaner“, zuständig für die Gebietsbetreuung des Förderprogramms, sowie dem Büro „Gruppe Planwerk“ unter Beteiligung von „bgmr Landschaftsarchitekten“ und „ProStadt“, die derzeit einen Masterplan für das Bahnhofsumfeld inkl. Bahnhofstraße erarbeiten. Im Oktober vergangenen Jahres hatte hierzu bereits eine Bürgerbeteiligungsveranstaltung stattgefunden, bei der Bürgerinnen und Bürger ihre Wünsche und Ideen für die Gestaltung der Innenstadt einbringen konnten. Entsprechend der Ergebnisse des Masterplans sollen dann mit Hilfe von Fördermitteln konkrete Maßnahmen umgesetzt werden.

Rund 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger nahmen am Stadtrundgang teil, um sich über den aktuellen Stand der Planungen zu informieren. „Es geht heute nicht nur darum, Konzepte vorzustellen“, betonte der Dezernent für Bauen und Stadtentwicklung Christopher Eichwald bei der Begrüßung der Anwesenden. „Wir möchten die Bürgerinnen und Bürger mitnehmen und mit ihnen ins Gespräch kommen.“ Angela Zybell, Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung, Liegenschaften und Grünflächen ergänzte, der Masterplan sei ein erster wichtiger Schritt, um die Lebensqualität in der Innenstadt nachhaltig zu verbessern.

Noch in diesem Jahr soll mit der Fertigstellung des Masterplans die strategische Grundlage für die weitere Entwicklung der Innenstadt geschaffen werden. Mit der Umsetzung erster Maßnahmen wird anschließend schrittweise begonnen.

Besonderes Interesse galt den Plänen für das Bahnhofsumfeld. „Der Bahnhofsvorplatz ist das Eingangstor zur Stadt“, erklärte Tabea Enderle von der „Gruppe Planwerk“. Ziel sei es, den Platz durch zusätzliche Sitzgelegenheiten, mehr Begrünung und eine Überdachung zu einem attraktiven Aufenthaltsort zu entwickeln. Zwar müssten im Zuge der Umgestaltung einzelne Parkplätze geopfert werden, es würden jedoch selbstverständlich Alternativen geprüft. Dabei gelte es, die Interessen aller Verkehrsteilnehmer und -nehmerinnen - auch des Busverkehrs - gleichermaßen zu berücksichtigen.

Auch das geplante Fahrradparkhaus wurde thematisiert. Angela Zybell erklärte, dass in der Vergangenheit trotz mehrfacher Ausschreibung bislang kein Unternehmen für die Umsetzung der Baumaßnahme gefunden werden konnte. Aufgrund der angespannten Haushaltslage sei eine kurzfristige Realisierung derzeit leider nicht möglich.

Mehr als nur ein Standort für den Wochenmarkt: Der Brunnenplatz soll aufgewertet werden.

Die zweite Station des Rundgangs war der „Brunnenplatz“. Auch hier ist eine Aufwertung zu einem sozialen Treffpunkt vorgesehen. Mit neuen Sitzgelegenheiten am Brunnen, schattenspendenden Bäumen und einer Betonung der Sichtachse zum Nottekanal könnte der Platz neben dem Standort des Wochenmarktes künftig vielfältige Angebote bieten. Entlang der Gehwege sollen sogenannte Pocket Parks entstehen - kleine begrünte Flächen, die angesichts der zunehmend heißer werdenden Sommer zur Verbesserung des Klimas in der Stadt beitragen können. Pocket Parks und Flächen, die von den Gewerbetreibenden genutzt werden, würden sich abwechseln.

Wiederkehrende Anliegen der Bürgerinnen und Bürger waren sowohl am Bahnhof als auch am Brunnenplatz die angespannte Parkplatzsituation, barrierefreie Gehwege und Zugänge sowie der Wunsch nach öffentlichen Toiletten.

Benjamin Karl erläuterte die Ideen für die Wegeverbindung von der Innenstadt ins Neubaugebiet.

Von der Innenstadt führte der Spaziergang weiter in das so genannte Neubaugebiet. Dort greift das Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“. Obwohl das Viertel bereits über zahlreiche Grünflächen und ein kleines Wäldchen verfügt, wird es von vielen Menschen als wenig attraktiv wahrgenommen. Entlang der direkten Wegeverbindung zwischen Innenstadt und dem Neubaugebiet sollen künftig zusätzliche Sitzgelegenheiten, Abfallbehälter sowie die Sanierung der Gehwege die Aufenthaltsqualität verbessern und die Verbindung insbesondere für den Fuß- und Radverkehr attraktiver machen.

„Man kann Straßen auch so gestalten, dass Fahrradfahrer und Fußgänger Vorrang haben und Autos nur zu Gast sind“, zerstreute Benjamin Karl von DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH, die das Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ betreut, die Bedenken einiger Teilnehmenden, die auf Lücken im Fußwegenetz und die daraus möglicherweise resultierende Gefährdung hingewiesen hatten. In diesem Zusammenhang müsse auch die Parkraumsituation neu gedacht werden. Das für eine ganzheitliche Planung benötigte Konzept soll in diesem Jahr beschlossen werden. Eine Umsetzung wird abschnittsweise in den nachfolgenden Jahren erfolgen.

Der Stadtrundgang endete im Mehrgenerationenhaus am Fontaneplatz. Dort konnten sich die Teilnehmenden bei einem kleinen Imbiss stärken und in direkten Gesprächen mit Mitarbeitenden der Stadtverwaltung sowie Vertretern und Vertreterinnen der Planungsbüros weitere Fragen stellen und sich die Planungen erläutern lassen.