Bildungsfachtag 2026 in Königs Wusterhausen
Weiterbildung für pädagogisches Personal städtischer Kitas und Horte
Bildungsdezernent Lars Thielecke eröffnet den Bildungsfachtag 2026.
Fotos: Stadt Königs Wusterhausen
Bereits zum dritten Mal lud die Stadt Königs Wusterhausen Anfang Mai die rund 350 pädagogischen Fachkräfte der kommunalen Kitas und Horte zum Austausch über aktuelle Themen und Entwicklungen in der Bildungswelt ein. Veranstaltungsort war erneut die Fachhochschule für Finanzen. Den Namen der Veranstaltung hatte die Stadt in diesem Jahr bewusst von „Kitafachtag“ zu „Bildungsfachtag“ geändert – um damit ein Zeichen in die Bildungslandschaft zu senden, gemeinsam die Verantwortung für starke Bildungsbiografien zu übernehmen. Wie Lars Thielecke, Bildungsdezernent der Stadt Königs Wusterhausen, in seiner Begrüßungsrede betonte, ist es nie nur eine einzelne pädagogische Fachkraft, die über die Bildungsbiografie eines Kindes entscheidet: „Wir haben uns als Stadt ein klares Ziel gesetzt: bestmögliche Bedingungen für starke Bildungsbiografien. Das heißt, wir wollen Bildung ganzheitlich denken und über alle Altersstufen hinweg institutionsübergreifend Verantwortung übernehmen.“
Diese Zielsetzung ist umso mehr geboten, da es ab dem 1. August 2026 einen Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung für alle Kinder ab der 1. Klassenstufe geben wird. Die zentrale Aufgabe des heutigen Tages, so Thielecke, sei die Verständigung über das gemeinsame Bild vom Kind als partizipierendes Wesen. Nur dann könnten die Übergänge von Krippe zu Kindergarten und Hort gemeinsam so gestaltet werden, dass sie nicht mehr Brüche, sondern Brücken sind.
Im sich anschließenden Hauptvortrag des Vormittags stellte der Entwicklungspsychologe Prof. Dr. Malte Mienert seine Leitgedanken für die pädagogische Arbeit in Kita und Hort vor. Unter dem Motto „Weniger ist mehr!“ erläuterte Mienert, warum Kinder mehr lernen, wenn Erwachsene weniger steuern. Für seine praxisnahen Beispiele und persönlichen Schilderungen erhielt der Psychologe viel Applaus und nahm den voll besetzten Saal mit auf eine Reise über den Stellenwert der Pädagogik in der DDR, zu den Ergebnissen der PISA-Studien bis hin zu den heutigen Anforderungen an die pädagogischen Fachkräfte.
Im Anschluss an diesen inspirierenden Vortrag hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, die Fachmesse zu besuchen und sich dort neue Ideen und Anregungen für ihren Arbeitsalltag zu erhalten. Die Liste der Aussteller, die als Unterstützer, Multiplikatoren oder Fachleute für das Kitapersonal wichtig sind, war in diesem Jahr noch einmal deutlich länger geworden und reichte von Fachberatungen des Landkreises, über Bildungseinrichtungen, Kinderschutz- und Sozialverbände bis hin zu Ausstellern aus der Gesundheitsbranche.
Am Nachmittag standen dann wieder aktuelle Fortbildungsthemen für die pädagogischen Fachkräfte im Vordergrund. In zwei weiteren Vorträgen und insgesamt zwölf Workshops wurden verschiedenste Bereiche aus dem Kita- und Hort-Alltag vorgestellt, praktische Tipps gegeben und in Rollenspielen durchgeprobt. Die Themen umfassten dabei Bereiche wie Naturpädagogik, lebendiges Lernen, Wörterwelten und Impulse für demokratische Schulkultur, um nur einige zu nennen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren mit viel Spaß und Engagement bei der Sache und nutzten die Gelegenheit nicht nur, um sich fachlich weiterzubilden, sondern auch zum gegenseitigen Austausch und zur Vernetzung zwischen den unterschiedlichen Einrichtungen. Wie im vergangenen Jahr auch, standen das „Wir“-Gefühl und der Zusammenhalt im Vordergrund der Veranstaltung. So waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wie auch die Organisatoren in der abendlichen Abschlussveranstaltung schnell einig: Zwar hat sich der Name geändert, doch das bewährte Konzept des Kitafachtages – jetzt Bildungsfachtages – sollte auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden.
