Neu gestalteter Ausstellungsraum im Museum Funkerberg

Barrierefreier Zugang und neues Ausstellungskonzept im Museum Funkerberg

Nach vierjähriger Bauzeit wurde das Museum im Senderhaus 1 auf dem Funkerberg am 20. Juni 2026 offiziell wiedereröffnet. Das Museum beherbergt mehrere Tausend Exponate und verfügt über die europaweit umfassendste Sammlung von Rundfunksendern.

Schwerpunkt der Baumaßnahme war die barrierefreie Umgestaltung des denkmalgeschützten Senderhauses 1. Gleichzeitig wurden auch verschiedene Sanierungsarbeiten am Gebäude durchgeführt. Der bisherige Hauptzugang war aufgrund erheblicher Schäden an der Treppe und der Terrasse bereits seit längerer Zeit gesperrt. Durch den Einbau eines Aufzugs, Rampen und Niveauangleichungen sind nun alle Ebenen des Gebäudes für Rollstuhlfahrer*innen erreichbar. Neu sind auch ein barrierefreier Sanitärbereich sowie ein neuer Eingangs- und Kassenbereich.

Die Umsetzung stellte aufgrund der Vorgaben der Unteren Denkmalschutzbehörde eine besondere Herausforderung dar. Zudem wurde während der Bauarbeiten ein bislang unbekanntes Untergeschoss mit einem Stahlbeton-Kühlwasserbehälter entdeckt. Die dadurch notwendigen Umplanungen führten zu einer Verzögerung der Fertigstellung um rund ein Jahr und zu erheblichen Mehrkosten.

Die Schließung des Gebäudes wurde genutzt, um das Museumskonzept grundlegend zu überarbeiten. Während früher vor allem die Sender- und Funktechnik im Mittelpunkt stand, vermittelt das „Museum Funkerberg“ nun ein Gesamtbild der Geschichte des Rundfunks in Königs Wusterhausen. Berücksichtigt werden dabei nicht nur der Funkerberg als „Wiege des deutschen Rundfunks“, sondern auch die Tochterstation in Zeesen. Ein Leitsystem führt die Besucher*innen durch das Museum, in dem zahlreiche interaktive Stationen zum Entdecken und Ausprobieren einladen.

Zur offiziellen Wiedereröffnung kamen neben Mitarbeiter*innen der Entwicklungs- und Betreibungsgesellschaft mbH und Mitgliedern des Fördervereins Sender Königs Wusterhausen e.V. auch Vertreter*innen aus Politik, Kultur und Tourismus. Bürgermeisterin Michaela Wiezorek dankte allen Beteiligten, insbesondere den ehrenamtlich engagierten Mitgliedern des Fördervereins.

In ihrer Rede verwies Michaela Wiezorek auch auf ihre persönliche Verbundenheit mit diesem Projekt. „Als ich 2016 als Leiterin des Fachbereichs Hochbau bei der Stadt Königs Wusterhausen anfing, hatten die Stadtverordneten gerade den barrierefreien Umbau des Senderhauses 1 beschlossen.“ Die Bereitschaft, Geld für eine Maßnahme mit historischem Bezug auszugeben, die sich in keiner Weise refinanziert, habe sie beeindruckt, so die Bürgermeisterin. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass eine solche Maßnahme angesichts der aktuellen finanziellen Lage der Kommunen heute nicht mehr realisierbar wäre. Dennoch wolle die Stadt weiterhin Wege finden, wichtige Aufgaben umzusetzen, auch wenn diese nicht zu den gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtaufgaben zählen.

Einen Tag später öffnete das Museum im Rahmen eines Aktionstages seine Türen auch für die Öffentlichkeit. Trotz des heißen Wetters nutzten rund 150 Besucher*innen die Gelegenheit, das neu gestaltete Museum kennenzulernen. Auf dem Programm standen interaktive Entdeckerstationen, Vorführungen des 1.000-PS-Deutz-Dieselmotors, die Sonderausstellung „Streiflichter aus 39 Adlershofer Fernsehjahren“ sowie eine Lötaktion für Kinder und Jugendliche.