Tag der Demokratie im Rathaus Königs Wusterhausen
Sechstklässler der Grundschule „Erich Kästner“ erleben Stadtverwaltung hautnah
Grundschüler stimmen beim Tag der Demokratie im Rathaussaal ab.
Fotos: Stadt Königs Wusterhausen
Am 22. Mai 2026 besuchten die Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse der Grundschule „Erich Kästner“ im Rahmen des „Tags der Demokratie“ das Rathaus der Stadt Königs Wusterhausen. Im Ratssaal erhielten die Kinder spannende Einblicke in die Arbeit der Stadtverwaltung sowie in die Bedeutung gelebter Demokratie.
Begrüßt wurden die Schülerinnen und Schüler von Bürgermeisterin Michaela Wiezorek sowie den Amtsleiterinnen Ilka Voth und Kora Wehlmann. Zum Auftakt stellte die Bürgermeisterin den Kindern die Frage: „Was glaubt ihr, sind die Aufgaben einer Bürgermeisterin?“ Gemeinsam wurde erarbeitet, dass sie die Stadt nach außen repräsentiert und als Verwaltungschefin Verantwortung für rund 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trägt.
Die Kinder nutzten die Gelegenheit, zahlreiche Fragen zu stellen. Besonders interessierte sie, wie der Alltag einer Bürgermeisterin aussieht und wie viel Freizeit ihr bleibt. Michaela Wiezorek erklärte, dass ihr Arbeitstag meist früh am Morgen beginne und sich über den gesamten Tag ziehe. Einen festen Tagesablauf gebe es dabei kaum. Wichtig sei ihr vor allem ein lebendiges Stadtbild, in dem sich alle Menschen wohlfühlen können. Dies sei insbesondere durch das Engagement vieler Ehrenamtlicher möglich.
Auch das Thema Bürgernähe spielte eine Rolle. Auf die Frage nach einer Bürgersprechstunde erklärte die Bürgermeisterin, dass sie Anliegen lieber direkt gemeinsam mit den jeweiligen Fachleuten aus dem Rathaus bespreche, um den Bürgerinnen und Bürgern qualifizierte Antworten geben zu können.
Mitarbeiter des Ordnungsamts erklären ihre Technik.
In der Stadtkasse gab es unter anderem diese Pfandsiegel anzugschauen.
Persönlich wurde es bei der Frage, ob sie schon immer Bürgermeisterin werden wollte. Dies verneinte sie offen. Lange habe sie über diesen Schritt nachgedacht und die Entscheidung schließlich gemeinsam mit ihrer Familie getroffen. Andernfalls hätte sie ihren ursprünglichen Beruf als Bauingenieurin weiter ausgeübt.
Ebenso interessierte die Schülerinnen und Schüler, welche Herausforderungen Königs Wusterhausen derzeit bewältigen muss. Die Bürgermeisterin machte deutlich, dass die finanziellen Mittel der Kommunen vielerorts nicht ausreichen, um notwendige Investitionen in Verkehr, Infrastruktur, Schulen und Kitas umzusetzen. Gleichzeitig bringe das stetige Wachstum der Stadt zusätzlichen Bedarf an Wohnraum mit sich.
Konkret fragten die Kinder auch nach dem verschwundenen „Spielberg“ auf ihrem Schulhof, der früher zum Klettern, Verstecken und im Winter zum Rodeln genutzt wurde. Hier erläuterte Michaela Wiezorek den Zusammenhang mit der Stadtentwicklung: Auf dem Gelände entstand das neue Gebäude des Hortes „Siebenstein“. Dieser wurde notwendig, da die bisherigen Räume in der Staatlichen Gesamtschule Königs Wusterhausen aufgegeben werden mussten. Dort werden die frei gewordenen Räume nun wieder als Unterrichtsräume benötigt.
Eine weitere wichtige Frage lautete: „Wo geht das ganze Geld der Stadt hin?“ Die Bürgermeisterin erklärte anschaulich, dass Einnahmen aus Steuern und Gebühren die Ausgaben mittlerweile nicht mehr vollständig decken. Deshalb müsse das Budget sorgfältig verteilt werden. Entscheidungen würden demokratisch in der Stadtverordnetenversammlung getroffen, wo unterschiedliche Meinungen diskutiert und mehrheitliche Beschlüsse benötigen.
Zum Abschluss ihres Gesprächs richtete die Bürgermeisterin einen Appell an die Kinder und alle Bürgerinnen und Bürger: „Jeder Einzelne trage Verantwortung dafür, dass Königs Wusterhausen eine lebenswerte Stadt bleibt. So verursache beispielsweise achtlos weggeworfener Müll zusätzliche Kosten für die Allgemeinheit. Wenn jeder Verantwortung übernehme, profitierten am Ende alle davon.“
Grundschüler*innen treffen Bürgermeisterin Michaela Wiezorek im Büro.
Stadt Königs Wusterhausen
Im Anschluss übernahmen die Amtsleiterinnen den weiteren Teil des Demokratietages. Spielerisch erklärten sie den Kindern die Arbeit der Stadtverwaltung und simulierten gemeinsam eine demokratische Abstimmung zu einem realitätsnahen Szenario. Zur Auswahl standen ein Tonstudio, ein Trampolin oder ein Schulfest. Die Schülerinnen und Schüler diskutierten engagiert über soziale Aspekte, gesundheitliche Vorteile sowie darüber, wie viele Kinder jeweils von den Angeboten profitieren würden. Am Ende entschied sich die Mehrheit in einer demokratischen Abstimmung für das Trampolin.
Abgerundet wurde der Besuch durch eine Führung durch das Rathaus. Die Mitarbeitenden der Stadtverwaltung zeigten den Kindern verschiedene Bereiche – vom Bauamt über das Trauzimmer und die Stadtkasse bis hin zu den Fahrzeugen des Ordnungsamtes sowie das Büro der Bürgermeisterin.
Mit vielen neuen Eindrücken und einem lebendigen Einblick in Demokratie und Kommunalpolitik verabschiedeten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt die Schülerinnen und Schüler.
