Wirtschaftsministerin Martina Klement besucht LUTRA GmbH
Hafen Königs Wusterhausen als intermodales Tor zur Lausitz
LUTRA-Geschäftsführer Michael Fiedler (r.) erläutert Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement die Besonderheiten des Hafens.
Stadt Königs Wusterhausen
Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement besuchte am 6. August 2026 die LUTRA GmbH. Im Rahmen ihrer Sommerreise hatte der CDU-Fraktionsvorsitzende Christian Lazarus-Möbus die Ministerin nach Königs Wusterhausen eingeladen.
LUTRA-Geschäftsführer Michael Fiedler erläuterte im Beisein von Dezernent Lars Thielecke und Amtsleiterin Ilka Voth kurz die Erfolgsgeschichte des Hafens Königs Wusterhausen. Ein Alleinstellungsmerkmal dieses größten Binnenhafens in Brandenburg ist der intermodale Verkehr. Container und andere Güter erreichen den Hafen auf der Straße, auf der Schiene oder auf dem Wasser. Sie werden in Königs Wusterhausen entsprechend ihrem Bestimmungsort umgeladen und auf den drei unterschiedlichen Verkehrsträgern weitertransportiert.
Neben Containern werden im Hafen Königs Wusterhausen auch Zementklinker, Kies und Holz umgeladen.
Foto: Stadt Königs Wusterhausen
Zweites Containerterminal soll kommen
Ein Schwerpunkt ist dabei der Umschlag von Containern zwischen Lkw und Schiene. Der Logistiker Metrans Deutschland GmbH aus Hamburg betreibt seit 2019 ein Terminal am Standort in Königs Wusterhausen. 2023 entstand mit Fördermitteln aus dem Kohleausstieg innerhalb eines Jahres ein zusätzliches Gleis. Die LUTRA GmbH plant bereits die nächste Erweiterung, da die Kapazitätsgrenze erneut erreicht ist. Michael Fiedler erläuterte der Ministerin, dass in den kommenden Jahren die ehemaligen Kohlegleise auf der südlichen Seite des Hafens ebenfalls für den Containerumschlag hergerichtet werden sollen. „Das intermodale Tor zur Lausitz würde entstehen und Wirtschaftsstandorte in Baruth, Grünheide und dem Süden Brandenburgs mit dem Hafen in Hamburg und damit der ganzen Welt verbinden“, so Fiedler.
Hafenerweiterung wird geplant
Der Hafen Königs Wusterhausen hat damit innerhalb von nicht einmal zehn Jahren eine sehr erfolgreiche Transformation durchlaufen. Noch in den 1990er-Jahren war Königs Wusterhausen der Umschlagplatz für Braunkohle aus der Lausitz für die Kraftwerke in Berlin. Ende 2017 war damit Schluss, als der Kraftwerksbetreiber auf Gas umrüstete. Heute sind auf dem rund 70 Hektar großen Industriegelände 34 Unternehmen angesiedelt, die rund 450 Mitarbeitende beschäftigen. Derzeit gibt es keine freien Flächen mehr. Die Hafenerweiterung ist ein weiteres Projekt, das der Geschäftsführer in den nächsten Jahren angehen will.
Tourismus auf dem Nottekanal
Noch ein drittes Thema besprach der Michael Fiedler mit Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement: die touristische Nutzung des Nottekanals. In den vergangenen Jahren sind durch die anliegenden Kommunen viele Projekte – teilweise finanziert mit Fördermitteln – zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur entlang der Wasserstraße umgesetzt worden. Jedoch fehlt ein entscheidender Baustein für den Erfolg. Die Schleuse in Königs Wusterhausen muss saniert werden. Sie fungiert als Tor in den Nottekanal. Die Schleuse sollte so ertüchtigt werden, dass neben dem muskelbetriebenen Wassersport auch leiser Wassertourismus in Form von Fahrzeugen mit Elektroantrieb auf dem Nottekanal möglich ist. „Es könnte ein brandenburgisches Pilotprojekt sein“, betonte Michael Fiedler und wünschte sich die Unterstützung des Wirtschaftsministeriums. Martina Klement zeigte sich aufgeschlossen und sagte: „Es wird schon gelingen.“
Beim anschließenden Rundgang über das Hafengelände machte sich die Ministerin ein Bild von der großen Vielfalt der angesiedelten Unternehmen. LUTRA-Geschäftsführer Michael Fiedler sprach über Potenziale, die sich aus der Lage des Hafens an der staugeregelten Dahme, dem direkten Anschluss zur Autobahn und der Gleisanbindung ergeben.
Stadt Königs Wusterhausen
