Vorgestellt: Kommunale Wärmeplanung in Königs Wusterhausen

Wie sieht die Zukunft der Wärmeversorgung in Königs Wusterhausen aus?

Dezernent Christopher Eichwald begrüßt die Anwesenden.

Seit dem Jahr 2024 sind alle Städte und Gemeinden in der Pflicht, einen kommunalen Wärmeplan zu erstellen. Ein entsprechender Entwurf der Stadt Königs Wusterhausen liegt seit Ende März vor und ist für alle Interessierten im Internet einsehbar. Um noch offene Fragen zu klären und Raum für Stellungnahmen zu geben, hatte die Stadt am 20. April zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung eingeladen, in der kompetente Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner die Inhalte dieses Entwurfs vorstellten. Rund 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung gefolgt und nutzten die Gelegenheit, sich über die Möglichkeiten nicht-fossiler Wärmegewinnung in Königs Wusterhausen zu informieren.

Christopher Eichwald, Dezernent für Bauen und Stadtentwicklung, bat als erste Referentin Anneke Balzer von der Ingenieurgesellschaft Megawatt an das Rednerpult. Der beauftragte Dienstleister Megawatt hatte in den zurückliegenden Wochen und Monaten gemeinsam mit der Stadt Königs Wusterhausen den nun vorliegenden Wärmeplan erstellt, der die strategische Grundlage für die zukünftige Wärmeversorgung der Stadt bildet. In ihrem Vortrag ging Balzer vor allem auf die identifizierten Netzpotenzialgebiete sowie die erarbeiteten Maßnahmen zur Umsetzung des Wärmeplans ein. Ein Ergebnis: Ein Großteil der Ortsteile von Königs Wusterhausen wird weiterhin dezentral mit Wärme versorgt werden müssen.

Anneke Balzer von der Ingenieurgesellschaft Megawatt erläutert den Bericht.

Martin Kleindl, technischer Geschäftsführer der WKW spricht.
Fotos: Stadt Königs Wusterhausen

Zum bisherigen Stand der laufenden Projekte zur Wärmewende nahm als zweiter Redner Martin Kleindl, technischer Geschäftsführer der Wärmeversorgungsgesellschaft Königs Wusterhausen mbH (WKW), Stellung, und stellte dabei das Biomassekraftwerk am Hafen von Königs Wusterhausen und zukünftige Projekte im Schenkendorfer Flur vor. Günter Merkel von der Verbraucherzentrale Brandenburg erläuterte abschließend mehrere Möglichkeiten zur alternativen Wärmeerzeugung – von Bio-Pellets über Photovoltaik bis hin zur Wärmepumpe – und wies auf die Beratungsangebote der Verbraucherzentrale hin.

Der zweite Teil der Veranstaltung gehörte dann den Bürgerinnen und Bürgern. Sie hatten nun die Möglichkeit, ihre Fragen zum Wärmeplan, aber auch zu alternativen Heizmöglichkeiten jenseits von Gas und Öl an die Referenten zu stellen. Auch die Fragen zur Wirtschaftlichkeit bei einer Umstellung der Wärmegewinnung spielten dabei eine Rolle. Die für viele wichtige Frage „Liegt mein Haus in einem Gebiet, für das zukünftig Fernwärme geplant ist?“ ließ sich dabei im Rahmen der Veranstaltung nicht klären. Hier empfiehlt sich ein Blick in den Entwurf des Wärmeplans, in dem die möglichen Netzpotenzialgebiete dargestellt sind.

Die angenehme und sachliche Diskussionsrunde endete mit der Einsicht, dass die kommunale Wärmeplanung ein wichtiges strategisches Werkzeug für die Umsetzung der Energie- und Wärmewende ist, aber noch abzuwarten bleibt, welche konkreten Handlungen in naher Zukunft wirklich ergriffen werden.

Der Entwurf des Wärmeplans liegt noch bis zum 3. Mai 2026 aus. Bis dahin haben alle betroffenen Personen, Organisationen und Behörden die Möglichkeit, Stellungnahmen einzureichen. Außerdem kann der ausgedruckte Entwurf im Rathaus der Stadt Königs Wusterhausen (Stadtverwaltung Königs Wusterhausen, Sachgebiet Stadtplanung und Wirtschaftsförderung, Haus C, EG, Raum C 0.13, Scheederstraße 2, 15711 Königs Wusterhausen) während der Öffnungszeiten eingesehen werden. Eine Terminvereinbarung unter Telefon 03375 273-178 oder per E-Mail an klimaschutz@stadt-kw.de ist erwünscht.